Plug-in-Hybrid: Ab welchem Ladepreis ist Tanken billiger? Der Break-even-Rechner für 2026
Beim Plug-in-Hybrid gilt die Faustregel „laden ist immer günstiger“ nur zu Hause. An der öffentlichen Säule kann eine Ladung mehr kosten als der Sprit für dieselbe Strecke. Wo genau die Grenze liegt, hängt an drei Zahlen: dem Spritpreis, dem Verbrauch deines Autos im Hybridbetrieb und dem Stromverbrauch im Elektrobetrieb.
Im September 2026 kostet Super E10 laut ADAC rund 2,27 Euro je Liter – so viel wie nie zuvor. Das verschiebt die Grenze deutlich zugunsten des Stroms. Dieser Artikel zeigt dir die Formel, eine Tabelle mit typischen Werten und wie du deine eigene Grenze in fünf Minuten bestimmst. Die Grundlagen – Wallbox, Onboard-Lader, Ladegewohnheiten – findest du in PHEV richtig laden 2026: So nutzt du den vollen Vorteil.
Die Formel
Der Break-even-Preis ist der Strompreis, bei dem 100 elektrische Kilometer genau so viel kosten wie 100 Kilometer mit Benzin:
Break-even (Euro je kWh) = Spritpreis (Euro je Liter) × Benzinverbrauch (Liter je 100 km) ÷ Stromverbrauch (kWh je 100 km)
Liegt der Ladepreis darunter, lohnt sich das Laden. Liegt er darüber, fährst du mit Benzin billiger. Wichtig: Nimm als Stromverbrauch die bezahlte Strommenge, also einschließlich Ladeverlusten – nicht den Wert aus dem Bordcomputer, der nur zählt, was im Akku ankommt.
Die Tabelle für September und Oktober 2026
Die folgenden Werte sind gerechnet, nicht gemessen. Als Spritpreis nehmen wir den ADAC-Wert von 2,27 Euro und einen Wert von 2,10 Euro für den Fall, dass der Tankrabatt ab Oktober voll weitergegeben wird. Die Verbräuche sind typische Annahmen – deine eigenen Werte können abweichen.
| Benzin im Hybridbetrieb | Strom inkl. Verluste | Break-even bei 2,27 €/l | Break-even bei 2,10 €/l | Was es nicht leistet |
|---|---|---|---|---|
| 6 l/100 km | 18 kWh/100 km | 0,76 €/kWh | 0,70 €/kWh | Gilt nur für diese Kombination – ein schwererer PHEV braucht mehr Strom |
| 7 l/100 km | 18 kWh/100 km | 0,88 €/kWh | 0,82 €/kWh | Winterverbrauch und Heizung verschieben beide Werte |
| 8 l/100 km | 18 kWh/100 km | 1,01 €/kWh | 0,93 €/kWh | Gilt nicht für Kurzstrecken mit kaltem Motor |
| 6 l/100 km | 22 kWh/100 km | 0,62 €/kWh | 0,57 €/kWh | Hier kann eine teure Ad-hoc-Ladung bereits über der Grenze liegen |
| 7 l/100 km | 22 kWh/100 km | 0,72 €/kWh | 0,67 €/kWh | Standgebühren an der Säule sind nicht eingerechnet |
| 8 l/100 km | 22 kWh/100 km | 0,83 €/kWh | 0,76 €/kWh | Die Zeit für einen Extra-Stopp ist nicht eingerechnet |
Die Tabelle zeigt: Bei den aktuellen Spritpreisen liegt die Grenze bei den meisten Kombinationen zwischen etwa 0,60 und 0,90 Euro je Kilowattstunde. Ein sparsamer Benziner-Modus und ein durstiger Elektromodus drücken sie nach unten – dann kann schon eine Ladung zu Ad-hoc-Preisen teurer sein als der Sprit.
Zu Hause fast immer, unterwegs nicht immer
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt laut BDEW 2026 bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Bei 20 kWh je 100 Kilometer kosten 100 elektrische Kilometer damit rund 7,40 Euro. Dieselbe Strecke mit 7 Litern Benzin zu 2,27 Euro kostet rund 15,90 Euro. Zu Hause laden ist also bei jedem realistischen Verbrauch deutlich günstiger – und zwar mit großem Abstand.
Unterwegs sieht es anders aus. Der ADAC hat im Juli 2025 festgestellt, dass spontanes Laden ohne Vertrag bis zu 62 Prozent teurer sein kann als mit Ladekarte; an Schnellladern verlangten einzelne Anbieter ad hoc bis zu 0,87 Euro je Kilowattstunde. Die meisten Plug-in-Hybride laden zwar nur an Wechselstrom-Säulen, wo die Preise meist niedriger liegen – aber auch dort unterscheiden sich Tarife mit und ohne Vertrag deutlich. Wie du einen fairen Preis erkennst, erklären wir in Ladepreise 2026: So erkennst du faire Kosten an der Ladesäule.
Dazu kommen Standgebühren: Viele Betreiber berechnen ab einer bestimmten Standzeit eine Gebühr pro Minute. Ein Plug-in-Hybrid lädt an Wechselstrom oft nur mit 3,7 bis 7,4 kW und braucht für einen vollen Akku entsprechend lange – dann kann die Standgebühr den Preisvorteil auffressen. Rechne sie auf die geladene Menge um, bevor du ansteckst.
Warum sich regelmäßiges Laden trotzdem lohnt
Die Break-even-Rechnung beantwortet die Frage nach der einzelnen Ladung. Über das Jahr zählt vor allem, wie oft du überhaupt elektrisch fährst. Eine Auswertung des Fraunhofer ISI mit Realdaten von rund einer Million Plug-in-Hybriden der Baujahre 2021 bis 2023 zeigt: Im Schnitt werden nur rund ein Viertel der Kilometer elektrisch gefahren, der reale Kraftstoffverbrauch liegt bei durchschnittlich 5,9 Litern je 100 Kilometer. Die Typgenehmigung unterstellt dagegen 70 bis 80 Prozent elektrischen Anteil.
Wer zu Hause regelmäßig lädt, liegt weit über diesem Durchschnitt – und spart bei den aktuellen Spritpreisen entsprechend mehr. Wer selten lädt, fährt einen schweren Benziner mit Zusatzgewicht.
So bestimmst du deine eigene Grenze
Benzinverbrauch im Hybridbetrieb: Fahr eine typische Strecke mit leerem Akku und lies den Verbrauch ab – oder rechne ihn beim nächsten Tanken aus getankter Menge und gefahrenen Kilometern im reinen Verbrennerbetrieb aus.
Stromverbrauch inklusive Verluste: Teile die abgerechnete Strommenge einer vollen Ladung (Ladeprotokoll der Wallbox oder Rechnung der Ladesäule) durch die elektrisch gefahrenen Kilometer bis zum nächsten Laden, mal 100. Wie du Stromkosten pro 100 Kilometer sauber ermittelst, zeigt unser Rechner für Stromkosten pro 100 km.
Aktueller Spritpreis: Den Preis an deiner üblichen Tankstelle einsetzen.
Setz die drei Werte in die Formel ein und notier dir das Ergebnis. Diese eine Zahl reicht, um an jeder Säule in Sekunden zu entscheiden. Ändern sich Spritpreis oder Jahreszeit deutlich, rechne neu – im Winter steigt meist der Stromverbrauch stärker als der Benzinverbrauch.
Häufige Fehler
| Fehler | Was stattdessen gilt |
|---|---|
| Den Stromverbrauch aus dem Bordcomputer nehmen | Die bezahlte Strommenge inklusive Ladeverluste verwenden |
| Nur Strom- und Spritpreis je Einheit vergleichen | Kosten für dieselbe Strecke vergleichen – mit der Formel |
| Den WLTP-Verbrauch des Datenblatts einsetzen | Den eigenen Verbrauch im Hybridbetrieb mit leerem Akku messen |
| Standgebühren ignorieren | Auf die geladene Menge umrechnen und zum Kilowattstunden-Preis addieren |
| Ad hoc laden, obwohl eine Ladekarte günstiger wäre | Tarife mit und ohne Vertrag vergleichen |
| Einen Extra-Stopp einlegen, obwohl zu Hause bald geladen wird | Unterwegs nur laden, wenn du ohnehin parkst und der Preis unter deiner Grenze liegt |
| Die Grenze einmal berechnen und nie wieder prüfen | Bei neuem Spritpreis, Tarif oder im Winter neu rechnen |
| Wegen einzelner teurer Säulen das Laden ganz einstellen | Zu Hause laden bleibt deutlich günstiger als Benzin |
Praktische Handlungsempfehlungen September 2026
Deine drei Werte ermitteln: Benzinverbrauch mit leerem Akku, Stromverbrauch inklusive Verluste, aktueller Spritpreis.
Break-even ausrechnen und im Handy notieren. Mit Tankrabatt ab Oktober die Rechnung mit dem dann gültigen Spritpreis wiederholen.
Zu Hause bei jeder Gelegenheit laden – bei 37 Cent Haushaltsstrom ist das rund halb so teuer wie Benzin.
Unterwegs vor dem Anstecken Preis und Standgebühr prüfen und nur laden, wenn der Gesamtpreis je Kilowattstunde unter deiner Grenze liegt.
Ad-hoc-Preise mit dem Tarif deiner Ladekarte vergleichen, wenn du regelmäßig unterwegs lädst.
Fazit
Bei Spritpreisen um 2,27 Euro liegt die Grenze, ab der Tanken billiger ist, für die meisten Plug-in-Hybride zwischen etwa 0,60 und 0,90 Euro je Kilowattstunde. Zu Hause bist du mit rund 37 Cent weit darunter, unterwegs hängt es vom Tarif und von Standgebühren ab.
Rechne deine eigene Grenze einmal mit echten Werten aus, notier sie dir und prüf an der Säule nur noch, ob der Gesamtpreis darunter liegt. Der größte Hebel bleibt aber, überhaupt regelmäßig zu laden – im Durchschnitt fahren Plug-in-Hybride nur ein Viertel ihrer Kilometer elektrisch.
Quellen und weiterführende Informationen
- ADAC: Aktueller Spritpreis – Super E10 2,267 Euro je Liter am 22. September 2026, Tankrabatt von 14 Cent Energiesteuer (rund 17 Cent inklusive Mehrwertsteuer) von Oktober bis Dezember 2026
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026 – durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 37,0 Cent je Kilowattstunde bei 3.500 kWh Jahresverbrauch
- ADAC: E-Auto laden ohne Ladekarte bis zu 62 Prozent teurer, Juli 2025 – Ad-hoc-Preise bis 0,87 Euro je Kilowattstunde an Schnellladern
- Firmenauto: Auswertung des Fraunhofer ISI zu Realdaten von rund einer Million Plug-in-Hybriden – 5,9 Liter je 100 km, rund ein Viertel elektrischer Fahranteil, Typgenehmigung 70 bis 80 Prozent
Transparenzhinweis: Grundlage dieses Artikels sind Veröffentlichungen des ADAC, des BDEW und des Fraunhofer ISI. Wir testen und messen nicht selbst. Die Break-even-Werte in der Tabelle sind aus Annahmen gerechnet und keine Messwerte; maßgeblich sind die Verbräuche deines Fahrzeugs.
Sicher laden: Regelmäßiges Laden zu Hause gehört an eine geprüfte Installation oder eine vom Fachbetrieb installierte Wallbox, die beim Netzbetreiber angemeldet ist. Eine Haushaltssteckdose ist für dauerhaftes Laden nur nach fachlicher Prüfung geeignet.
Preise und Stand: Spritpreise, Ladetarife und Haushaltsstrompreise ändern sich laufend. Ob und in welcher Höhe der Tankrabatt an den Zapfsäulen ankommt, legen die Tankstellen fest. Stand September 2026.
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